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Gereimt und Ungereimt – Poetische Texte

Meine Bücher - sie sollen schön, gut und wahrhaftig sein. Um Kategorien wie Roman oder Novelle habe ich mich nie gekümmert. Für mich ist alles Poesie. Freilich ist der Roman wie die Oper ein Exponat bürgerlicher Subjektivität, und eine solche vermeide ich.

 

Unter dem Titel "Glück muss man haben" schreibt der Journalist Harald Eggebrecht in der Süddeutschen Zeitung (Nr. 121): "… Peter Jirak hält seinen 'gastrosophischen Diskurs' aus 'kritischer Lust', und die scheide den Gastrosophen vom Hedonisten: Nicht mit allem zufrieden sein, wie es auf den Tisch kommt, sondern an die Wurzeln und Ursprünge gehen, wissen wollen, woher die Lebensmittel stammen und sie kennenlernen, das öffentliche Mahl feiern und das private Verschlingen der nur scheinbar so vielfältigen Snacks schmähen. Diese Fragen rühren an den 'Prozess der Zivilisation', dementsprechend überdimensional hat Jirak sein Argumentations-

orchester instrumentiert: Marx, Freud, Bataille, Nietzsche, die antiken Mythen, die Visionen des Giordano Bruno, vor allem aber Charles Fouriers System der Leidenschaften, diese frische Quelle sehnsuchtsvoller Kritikpoesie." […]

 

Zu schreiben begann ich spät erst, lange nach dem Zeichnen und Malen. Als ich, damals einundzwanzig Jahre alt und in Wien, in meinem Atelier Peter Handke vorlas, was ich auf dem weißen Papier verbrochen hatte, sagte der nur: "Ziemlich schlecht!" Das hat mich natürlich sehr depraviert, indessen konnte ich nicht aufhören, weiter zu schreiben, und das ist schließlich nichts anderes als eine Fortsetzung des Zeichnens.

 

Hölderlin hatte eine große Liebe für Papier. Mir geht es ähnlich: Jede Unterlage fordert mich heraus, auf einem solchen Grund mit Feder oder Griffel anders zu schreiben oder zu zeichnen. Mittlerweile sind von mir einige Bücher erschienen, aber das Meiste, das ich geschrieben habe, wartet noch auf seine Veröffentlichung: So zum Beispiel – Revolution und Stufenweg der Erleuchtung. Hier versuche ich die tibetische Kalachakra-Tradition, die ungefähr tausend Jahre alt ist, mit der ebenso alten Geschichte des Weltgeistes (von Joachim von Fiore zu Marx und Hegel) zu verknüpfen.

 

Das nekrophile Kapital ist zwar im ProMedia-Verlag erschienen, aber sehr verstümmelt. Es fehlen alle Bilder, die mir ein genauso großes Anliegen sind, wie meine Prosa, von der 2/3 nicht gedruckt sind.

 

Von meiner Poesie ist so gut wie gar nichts erschienen. Und ein anderes Prosawerk – Geburt einer Seele im technischen Zeitalter – liegt in der Schublade, wie viele andere Seiten auch, von denen ich mir noch eine Herausgabe zu Lebzeiten wünsche.

Aktuelles

Peter Jirak ist am 10. Februar 2015 in München verstorben.

 

Ich bin nicht tot,

ich tauschte nur die Räume.

Ich leb' in euch,

ich geh' in eure Träume.

 

(Michelangelo Buonarroti)

 

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© Dr. Peter Jirak